Gedenken an ein schreckliches Ereignis deutscher Geschichte: Jahrestag der Reichspogromnacht

Der Chor bei der letzten Probe im Festsaal des Rathauses

Die TeilnehmerInnen der Arbeitsgemeinschaft, im Hintergrund Frau Klesser, Frau Engelhard, Herr Wagner vom Stadtarchiv, Frau Brauneis, Herr Achelpöhler

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten jüdische Synagogen in ganz Deutschland. Am 09. November 2017 wurde mit einer Gedenkveranstaltung an dieses schreckliche Ereignis erinnert. Neben der Jüdischen Kultusgemeinde, der Evangelischen und Katholischen Kirche, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft sowie der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit gestalteten auch Schülerinnen und Schüler unserer Schule die etwa zweitstündige Gedenkveranstaltung aktiv mit.

Den Auftakt bildete ein Treffen am Gedenkstein an der Turnerstraße, der an ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte erinnert. So zündeten die Nationalsozialisten am 9. November 1937 die damals dort gelegene Synagoge an. Vor rund 200 TeilnehmerInnen wurden Aussagen von ZeitzeugInnen vorgelesen sowie jüdische Gebete gesprochen. Der zweite Teil der Gedenkveranstaltung wurde im Anschluss an einen schweigenden Marsch im Neuen Rathaus fortgeführt. Für die musikalische Untermalung sorgten Bläser des Gymnasiums am Waldhof und des Ratsgymnasiums, welche gemeinsam zur Eröffnung und zum Abschluss der Veranstaltung Werke von Bach und Beethoven spielten, sowie der Chor unserer Schule. Unter der Leitung von Frau Krügel sangen die Schülerinnen und Schüler die Lieder „Vois sur ton chemin“ („Sieh auf deinen Weg“) und „Tears in heaven“. Besonders eindrucksvoll war die Präsentation von sieben Schülerinnen und Schülern unserer Schule: Lisa Caumanns, Antonia Ellinghorst, Felix Grotemeier, Nisa Gür, Arnold Stange und Liam Zelder aus der EF sowie Jonas Landwehr aus der Q1. Unter dem Titel „Die Auguste-Victoria-Schule im Schatten der Synagoge. Eine be-grenzte Nachbarschaft“ wurden die Geschehnisse rund um die Reichspogromnacht sowie deren Folgen aus der Sicht von ehemaligen Schülerinnen unserer Vorgängerschule, der Auguste-Victoria-Schule, beschrieben. Diese befand sich damals in unmittelbarer Nachbarschaft der Synagoge, sodass die Schülerinnen deren Brand mit eigenen Augen mitverfolgen mussten. Anhand von historischem Bildmaterial, Interview- und Zeitschriftenausschnitten gaben die Referierenden der Einführungsphase damaligen jüdischen Schülerinnen wie Ruth Steinberg, Marianne Porta oder Renate Kamp eine Stimme und ließen die Zuhörenden so auf eine persönlichen Weise an deren Schicksal sowie den grausamen Geschehnissen des NS-Regimes teilhaben.

Die Mitwirkung an der Gedenkveranstaltung geht zurück auf eine Initiative unserer Schülerin Nisa Gür, die noch in Klasse 9 eine Arbeitsgemeinschaft zur Geschichte des Nationalsozialismus gegründet hat. Fachlich unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler durch die Fachkolleginnen Frau Engelhard und Frau Steinmetz und die Referendarin Frau Klesser. Speziell für die Erstellung der Präsentation konnten sie dabei auf die Recherchen von einem ehemaligen Schulleiter des Waldhofgymnasiums, Herrn Fritz Achelpöhler, zurückgreifen.

Tim Vormfenne, Sabine Hönicke, Doro Engelhard, Susanne Steinmetz, Jeannette Krügel